Zur Kommunalwahl am 15. März nicht verwählen!

Ab heute dürften den Fechenheimerinnen und Fechenheimern im Ortkern zwei ungewöhnliche Motive an insgesamt drei Großplakatstandorten aufgefallen sein: „Mach Vielfalt zur Mehrheit“ und „Bitte nicht verwählen“. Zwei Wochen vor der Kommunalwahl in Hessen werben sie dafür, eine Partei zu wählen, die sich für Vielfalt und demokratisches Miteinander im Stadtteil einsetzt.

Die Aktion wurde von der ehrenamtlichen Online-Nachbarschaftszeitung mainkurier
initiiert und durchgeführt, die sich auch schon in der Vergangenheit mehrfach in der Rubrik „Politik“ zum Thema Wahlen im Stadtteil und zu den Gefahren (auch in Teilen) rechtsextremistischer Parteien geäußert hat.

Die Idee zur Kampagne entstand während der Bundestagswahl 2025, bei der die AfD in
Fechenheim eines der besten Wahlergebnisse Frankfurts erzielen konnte.
Günter Krause, Redakteur des mainkurier erzählt:
„Da hing plötzlich ein riesengroßes Wahlplakat der AfD in unserer kleinen Straße. Das
wird dem Stadtteil nicht gerecht. Fechenheim hat einen hohen Anteil an Menschen mit
einem Migrationshintergrund und ist der einkommensschwächste im Frankfurter
Stadtgebiet. Trotz aller Probleme, die Armut vor allem mit sich bringt, leben wir hier gut und größtenteils entspannt zusammen und der Stadtteil ist reich an sozialem und kulturellem Engagement.“

Ein wesentliches Engagement für das Projekt war die professionelle Gestaltung der
Plakatwände und der Botschaften durch eine Gruppe von vier Studentinnen der
Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach, der Münchner Designerin Miro Poferl
und der Fechenheimer Designerin Katia Bykova ohne Entgelt.
Linnea Zimmermann (Malerei), Marie Bauer, Nathanja Fetzner und Clara Henrich (alle
Grafik Design) gestalteten zu dem selbst gewählten Slogan „Mach Vielfalt zur Mehrheit“ ein Mosaik aus kleinen Alltagsszenen, die verschiedene Menschen in unterschiedlichen Aktivitäten zeigt. Sie sind miteinander verbunden durch die ausdruckstarken Buchstaben der Botschaft.

„Es fühlt sich gut an, die Kenntnisse und Fähigkeiten, die einem an der Hochschule
vermittelt werden, konkret und sinnvoll anzuwenden“, beschreibt Marie aus dem „Grafik Design Team“. Linnea, die für ihre kleinen Alltagsmomente Fotografien mit malerischen Mitteln umgestaltet hat, ergänzt: „Mir ist es wichtig, mit meiner Malerei physisch vor Ort zu sein, politische Aussagen zu machen, die auch positiv sind.“

Katia Bykova modifizierte eine Idee der Münchner Designerin Miro Poferl unter dem Titel „Bitte nicht verwählen“. Im alten Wahlscheibentelefon, das viele aus der jüngeren
Generation wahrscheinlich gar nicht mehr kennengelernt haben, findet sich ein Anklang an das Ewiggestrige der Ideen rechtspopulistischer Parteien. Das eingebaute Handy erinnert daran, dass laut Wahlumfragen, sich aber gerade auch jüngere Menschen erneut davon angesprochen fühlen.
Finanziert wurde das Projekt über eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform
goodcrowd.org (früher betterplace.org) und persönliche Spenden von Nachbarn und
Freunden aus dem Stadtteil. Da das Finanzierungsziel leicht übererfüllt wurde, gehen
200,- Euro an den „Offenen Mittagstisch“, den die evangelische Kirchengemeinde Fechenheim jeden Donnerstag in der Pfortenstr. 4 betreibt.

1 Gedanke zu „Zur Kommunalwahl am 15. März nicht verwählen!“

  1. Sehr gute Aktion!
    Lasst uns einfach mal nachdenken, wie wir der fechenheimer Community inkl. der Jugend einen Platz bzw. ein Umfeld geben können, um zu zeigen, dass wir für „Identität“ keine Faschos brauchen.
    Das Engagement hier in Fechenheim ist beeindruckend, und wird über Sounds of Fechenheim und anderer Events z.B. von evangelischer und katholischer Gemeinde hinaus Früchte tragen. Hier kann man sich wohl fühlen, wenn Gemeinschaft entsteht. Alle Vereine sind zudem herausgefordert, dies zu unterstützen. Ich freue mich drauf!

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